Darfur

Eine Wirklichkeit wie eine Eiserne Jungfrau,
die die Leiber langsam ausbluten lässt,
kein Schrei, das Schweigen tötet,
der Hunger ein Meissel, schlägt die Würde heraus,
der Durst das Brenneisen, das leblos macht,
wie Lanzenmesser die reitenden Bestien,
die Schlingpflanzen gleich, sich in den Boden reißen,
hinterlassen dunkle Puppen mit rot tropfenden Gewändern,
Rippenscheren zerschneiden die menschlichen Haufen,
Wundklammern schweißen sie aneinander,
Knochenzangen trennen Gliedmaßen,
Kopfsägen öffnen ihre Schädel,
das Skalpell der Grausamkeit tut seine exakte Arbeit,
Stück für Stück in das Fleisch,
Schluchten kerben sich durch die Häute,
kleben die Gedanken fest an das Erlöschen,
Stürme des Wahns werfen die Hütten nieder,
und die Frauen in die Scham,
nach Sehnsucht in den ewigen Schlaf,
die Treppen in der Wüste, aus den Löchern des Zerfalls,
Ahnen verblassen im hellen Sand,
himmelblau die Kanister, salzlos in Bruderschaft mit der Qual,
am Tropf der wortkargen Schuld,
die Sonne der Verachtung triumphiert,
Vögel warten auf ihre Beute, die Erde klammert erbarmungslos,
nur wie ein unschönes Muttermal auf der Hülle der Welt,
aus der zitierte Ängste starren, zahnlos,
betrachtet von Augen weit geschlossen.

 

Zurück zu den Texten