Fatum

Ich war ein Insekt in Deinem Bernsteinauge
In meinem Herzen klemmte Dein Besteck
Deine Tünche floss durch meine Adern
Meine Liebe war das unsinnige Färben der Blätter im Herbst
Dein verzerrter Spiegel verweigerte mir die Rückkehr
Du warst der Hund, der nur nach Dir selbst bellt
Ich, ein heller Falter, der an der Fliegenfalle klebt
Tränen machten mich langsam satt und durstig
Du warst Dein Haufen Geld, der Dich entzweit
Dein eigenes Konterfei in jedem Deiner Blicke
Das Siegen war Dir in die Wiege gelegt
In meinem Bett weilte nur der Schatten
Aus Deinem sphinxhaften Lächeln nahten die Fallstricke
Dein Spiel war ein Sandbild in der wehrlosen Wüste
Ich, das erlegte Tier, aus dem die Bienen blutigen Honig machen
Gleichgültig wiesen die Sterne mir meine bittere Nachwelt
Das blaue Ende unter meinen Füßen wurde flüssig und schwarz
Der Staub legte eine Ordnung über die Farben
Im Traum war ich die weiße Frau, die an den Straßen steht
In den Kurven das Letzte, was die Fahrer sehen konnten
Der Weg führte direkt auf die Bodyfarm
Knietief lagen die Schmetterlingsleichen herum
Ich darf nicht vor Dir sterben
In meiner Lunge flattern die Untoten weiter
Meine Gier sehnt sich nach Deiner Gesetzlosigkeit
Eingekerkert für Dich in jede meiner Zellen
Nach der verlorenen Schlacht mit der Biochemie
Der Bauplan war von Anfang an missraten
Mein Gehirn wird von Kreissägenengeln bearbeitet
Die Ketten, die mich umgreifen, liegen in der Glut
Willenlos fiebere ich nach dem Leben
Mein Kleid hängt in Fetzen für die Nachwelt
An einem verrosteten Nagel Deines Names

 

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