Verlöschen

Ein Antlitz aus Formeln taucht seinen Ursprung in die sinkende Nacht
Die Sterne führt das Gehirn mit sich wie seine Neuronen
Kein Lichtstrahl trifft je wieder den eigenen
Über dem Nullpunkt erstreckt sich der Staub, in die Maßlosigkeit der Deutung
Im Mitläufertum versiegt hilflos die Routine der Materie
Rastlos tänzeln die verstrickten Fragmente umeinander, mit vortäuschender Gültigkeit
Der Augenblick zwingt die Partitur der Gefälle auf jedes Wesen, in der Lesbarkeit verlöschend
In das Sensorium der Logik blitzt neutrinogleich winziges Stückwerk
Durch die nackte Gegenwart tritt die Erstschrift in das Tagesgestirn
Und jede irdische Einsicht verwirkt ihr Erfassen
Gefüge aus Sprache und Bildern zerfasern sich mosaikhaft
Makellos die Konturen von Schönheit mit Schrecken
In ihrer Freiheit schwanken verwaist die Gefäße des Willens
Traumtief lauern die überfüllten Wüsten aus Furcht und Feigheit
Verführer weben kunstfertig ihr Gespinst in den Atem
Und die Milde verrinnt durch die Iris
Das Schlachtfeld dirigieren Lotsen überdrüssig
Ihre Schwingen werden zu Drachen, verglühend im Schutt
Trostlos schweigt die blaue Reue, die sich unaufhörlich dreht

 

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